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Star, Superstar, Charisma.....

Kein Zweifel, Adolf hatte Charisma. Die Auswirkungen sind bekannt. Mir war immer ein bisschen komisch zumute, wenn ich Musikgroßveranstaltungen besuchte: Das Gleichschalten der Gefühle, das Kollektive, das Viele so gerne mit „Stimmung“ umschreiben, das schien mich selbst deutlich mehr zu isolieren und ließ mich als Ego zu empfinden, als dass es mich hinein zog in ein gleichgeschaltetes Erleben, das ja im Bereich der Musik meist mit der beliebig zu ergänzenden Bemerkung „das ist doch nur…..“ ergänzt und „verkauft wird. Was ist das, Charisma? Vielleicht kann ein Blick in die Welt des Sports helfen. Dort werden Figuren angebetet, die ihren Erfolg den Massen vorführen und sich dadurch als umglänztes Ego profitieren. Kurze Zeit nach Karriereende scheinen sie dann aber vergessen zu sein. Die Verehrung besteht offensichtlich nur so lange, wie „die Leistung“ stimmt und so lange die Ausstrahlung des „Erfolgs“ von solchen Figuren ausgeht. In dieser Zeit heften sich offenbar auch viele Werbeversprechen an sie, sind sie Träger von Sehnsüchten, die von den Vielen meist verpasst wurden, für die sie zu wenig Ehrgeiz aufgebracht haben, was sie von ihrer Umwelt von klein auf als „zu wenig Talent“ bescheinigt bekommen haben.

 

Aber hatten politische „Führer“ jemals das Talent zur Menschenführung und Verführung? Was waren die Voraussetzungen für ihren „Erfolg“? Bowie verglich sich (wir wissen es nicht so recht, ob es humorvoll gemeint war…) mit Adolf und gewisse Mechanismen bei Großkonzerten lassen so etwas nicht allzu abwegig erscheinen. In der Spätphase von Stars oder Superstars scheint die Karriere ein gewisser Selbstläufer zu sein, der sich selbst befördert: es wird eine Aura erwartet, die alleine schon durch das Erscheinen einer Person eingelöst wird. Leibhaftig erscheinen, das ist es, was auch jetzt in pandemischen Zeiten zählt. Es stand halt Bowie oder Beyonce auf der Bühne und nicht irgendwer….. Es war die durch tausend Porträts, Mythen und Beweihräucherungen aller Art geadelte Person, die erschien und dadurch Macht über die Massen erlangte. Würde sie als Person irgendwo anonym auftreten, wäre ihr „Erfolg“ schon deutlich weniger: der „Vorhof“ der Bedeutung macht‘s, Ein Raum öffentlicher Bewunderung, die Aura, die gewissen Personen voraus eilt, das Leuchten, das sie mit sich zu schleppen scheint und das sie offenbar heraus hebt aus der Masse, - um gleichzeitig die Verbindung zu ihr zu halten. Denn Stars und Superstars sind nicht nur „etwas Besonderes“, sondern sie sind gleichzeitig „einer von uns“, sie gehören zu den Vielen, drücken deren Gefühle und Bedürfnisse aus, leben stellvertretend  die Sehnsüchte der Vielen. Sie haben auch die Fähigkeit an sich entwickelt, die Aufmerksamkeit der Vielen auf sich zu ziehen. Sie gehen mit dem um, was „Erfolg“ genannt wird, können das in etwas Hierarchisches ummünzen, können sich als Boss und Chef profilieren, - etwas, was „die Vielen“ aus ihrem Alltag kennen. Unterwerfung oder völlige Hingabe an ein kollektives Ziel, das meist das in einem Wettbewerb sich wähnende Unternehmen vorgibt.