One World!

Diese Leute bohren sich offensichtlich auf recht luxuriöse Weise durch ihren Alltag. Man glaubt den jederzeit auftauchenden Diener, der ihnen willfährig zu Diensten steht, geradezu zu ahnen. Er liegt „in der Luft“. „In the Air“. Dazu tun sie so, als würden sie Klavier spielen können und nennen es „One World: Together at home“. Die Wunder des Digitalen machen es möglich. Schon ein bisschen peinlich, wenn viele von ihnen „so tun als ob“. Dabei ist alles künstlich und virtuell. Hergestellt. In Wirklichkeit beschäftigen sie oft ganze Stäbe an dienstbaren Geistern, die auf allerlei Maschinen den Sound für sie machen, die Unterlage, auf der sie glänzen wollen. Sie tragen dann meist eine vage Idee bei, damit sie später Tantiemen abgreifen können. Wichtig ist, dass sie so tun, als seien wir alle beieinander. Irgendwie. Wir alle. Wenn auch virtuell. Große ausladende Kamine durften wir bewundern. Große Räume, die die Sicherheitsabstände locker garantieren..... Bourgoises Gediegenheits-Getue. Oder auch nicht gemachte Betten, - alles zum Zwecke der Erzeugung von Authentizität. Sich selbst zur Marke machen, sich inszenieren. Wird auch an den Popakademien gelehrt.  

 

Schmalzstullen gab es genug. Lieder, die rühren und einem nahe gehen sollen. Tanzchoreografien weniger. Großmogule des populären Lieds präsentierten sich und ihre Herrlichkeit (bzw. Dämlichkeit). Die Stones dabei. Boten Handgearbeitetes dar. „You can‘t always get, what you want“. Die alten Schrumpelgesichter. Wissen, wie's alles geht! Hoben sich zwangsläufig ein bisschen ab von all den glänzenden Oberflächlichkeiten und aufpolierten Fassaden der andern. Der Trick: genau das ist ihr Image! Die unverwüstlichen Kerle! Publikumswirksam focht man dann noch einen alten Strauß mit dem Kollegen McCartney aus. Nun ja! Beatles gegen Stones. Hm. Die Festivals fallen jetzt alle aus. Es stehen zunächst also keine Pilgerfahrten der Gemeinsamkeit mehr an. Die großen Gassenhauer muss man sich zunächst in leibhaftiger Darbietung verkneifen. Sie fallen zum Leid der armen Veranstalter aus. Nun ja, für in geschwollene  Töne gesetzte und gospelgetränte Rufe nach dem Herrn (im schwarzen Smoking) sind solche Festivals ja sowieso wenig geeignet. Mir scheint, dass durch diese Show eine Art Distanz demonstriert wurde und das, wozu das Popgeschäft in Jahrzehnten nach „Live Aid“ geworden ist. 

Die Zwei beiden

Ich erinnere mich, dass ich irgendwo etwas über die Pet Shop Boys gelesen hatte - und wie gut sie sich in Berlin fühlten. Dort könne man auch unerkannt untertauchen und in der Masse aufgehen. Doch wenn ich mich an die neunziger Jahre und Konzerte von ihnen erinnere, so kosteten diese genau diese völlig überhöhten Eintrittspreise aus wie die Darbietungen anderer Rockartisten auch. Mir kam es damals so vor, als zelebrierten sich diese Pet Shop Boys ganz besonders stark als angesagte Popstars (von den informierten Journalisten natürlich als ironische Überhöhung gedeutet). Natürlich gab es diejenigen, die es ihnen als ganz besonders intelligente Darbietung auslegten: dadurch käme ihre spezielle Kritik am Business besonders sublim zum Ausdruck. Nun ja, eher aus den Augenwinkeln heraus (ich war damals weder Fan“ noch lehnte ich sie ab, sie waren mir als Popstars gleichgültig…) glaubte ich damals wahr zu nehmen, dass genau diese überintelligenten Boys nahezu bei jeder gut bezahlten Gelegenheit auftraten (sah ich sie auch bei den M-TV-Awards? Ich weiß es nicht mehr genau…). Dass genau diese Boys zumindest für mich dieses um jeden Euro feilschende Business verkörperten, das für jene Klasse der aalglatten Karrieristen zu stehen schien, die sich in neoliberaler Manier gegen jeden und jedes durchsetzten, die es platt machten und sich mit ganzer Gier vor der globalen Schulklasse aufspielten. Sie taten das mit jenen aalglatten, äußerst gefällig ins Ohr gehenden, fast musicalhaft wirkenden Melodien und jenem fast unbeteiligt wirkenden Gesang, der auf manches Gemüt mit seiner ironischen Distanz so ungemein Eindruck zu machen imstande war. Man war und wurde in eine spezielle Ambivalenz versetzt, in ein „einerseits“ und ein „andererseits“. Ob es das war, was diese Bescheidwisser so in Begeisterung versetzte? Jedenfalls scheinen sie ihr Rezept bis heute, bis ins hohe Alter durchzuziehen. Jüngst soll eine neue Platte, ein Tonträger (ach, wie altmodisch!!!) von ihnen erschienen sein. Die veröffentlichte Meinung scheint davon zum zigten Male sehr angetan zu sein. Ich mochte sie als ein Teil des Ganzen, sah in ihnen aber nicht unbedingt die großen Innovatoren. Dies glatten Gefälligkeiten, die so ganz besonders als Begleittrack gut zum Bügeln der letzten Wäsche passten: Sie ließen mich kalt. Heute höre ich ihre neuesten Absonderungen nicht einmal: sie sind mir tendenziell schon zu oft zu langweilig gewesen.   

Crossover

 „Crossover“ scheint eine Zauberformel vergangener Zeiten, die Überschreitung der vor allem von Profitinteressen vorgegebenen Genregrenzen war damit gemeint. So war in der letzten Vergangenheit die Vermischung von Metal und Funk beliebt. Geradezu spezielle Reize schien der Vermischung verschiedener Genrekennzeichen auf Künster der Popmusik auszuüben. Doch mittlerweile scheint sich das Blatt vollkommen gewandelt zu haben. Jegliche Art von Popmusik scheint streng formatiert und auf krass fraktionierte Ziwelgruppen zugeschnitten zu sein. Unter anderem, man weiß das wohl, scheint dies auch den Diktaten der „Playlists“ und der streamingorientierten Digitalwirtschaft geschuldet, die auf eine möglichst schnelle und effiziente Einordnung bedacht ist. Darin gleicht sie übrigens den Bestrebungen, denen die Menschen zunehmend ausgesetzt sind: auch sie sollen sich einordnen in globale und Marktorientierte Konsumprozesse. Dies erzeuge Wachstum, so die gängige Lüge. Und Wachstum befördere die Wirtschaft, sie brauche dies regelrecht, Wachsttum sei die Voraussetzung „für alles“. Meine eigene Musik, die eine Überschreitung von Genregrenzen quasi in sich trägt und die Einflüsse eines langen Zeitraums aufnehmen will, ist in puncto Hörerschaft radikal gescheitert. Es scheint sich nahezu niemand mehr für einen solchen Ansatz zu interessieren. Popmusik scheint zu einer allzeit und überall verfügbaren anonymen Masse geworden zu sein. Was zählt, ist der schnelle Kick und das durchschlagskräftige Lick. Dies spielt sich in einem digitalen Geschäft ab, das absolut und überall von Kaufleuten dominiert ist. Wo sind die Liebhaber und die Interessierten? Auch sie sind offenbar verschwunden, interessieren sich offenbar nur noch für ihre Wahrnehmungsblase. Für ihre, unter anderem auch sozial abhängige Auffassung von Gut und Schlecht.

Meditative Musik und Verkäuflichkeit

Natürlich schleppt der moderne Mensch eine Art „spirituelles“ oder „religiöses“ Anliegen mit sich herum, das er auch gerne mal auf die Musik projeziert. Musik soll ja das sein, was man nicht anders sagen kann…..sagen bedeutende Geister. Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, - behauptete auch Nietzsche. Die ausschließliche Jagd nach Geld scheint jedenfalls den modernen Menschen nicht ausfüllen zu können. Der Markt der spirituellen Bewusstseinswaren wird also diesem Bedürfnis nachgehend immer größer. Der neueste Trend scheint spirituelle Erleuchtung per Internet zu sein. Hier einen Kurs zu buchen (mit meditativer Musik als unterspülender „Leichtmacher“), sich eines Coachings zu unterziehen oder sich per Skype unterweisen zu lassen, kann offenbar viel Kohle bringen (da springt auch etwas für den unbekannten Meister (oder die Meisterin?) heraus, der die Musik liefert). Es scheint jedenfalls darum zu gehen, sich selbst als Medium darzustellen, das offen ist für allerlei spirituelle Erfahrung. „Inspiration“ liefern, Menschen einen Kick in Richtung anderer Bewusstseinsebenen zu geben, das kann neben der guten alten Guru-Funktion, die Menschen zur Orientierung zu brauchen scheinen, ein gutes Geschäft sein. In der Rockmusik machten das schon früh unter anderem John McLaughlin und Carlos Santana klar. Gerade Santana scheint inzwischen abgekippt zu sein in die breite und völlig unspirituelle US-Popmusik. Von Spirituellem ist bei ihm offenbar nur noch in seinen Verkaufssprüchen und seinem Auftreten die Rede.

 

Sensibel scheinen „Medien“ oft dadurch geworden zu sein, indem sie selbst trainiert oder „gecoacht“ wurden und sich allerlei Unterweisungen unterzogen. So machen Jünger ihre Jünger selbst, vervielfältigen ihre Ansichten, indem sie ein Bedürfnis ihrer Mitmenschen befriedigen. Es gilt für alle, „Wege in die Spiritualität“ zu weisen. Kam es Leuten wie mir immer so vor, als sei dies etwas höchst Individuelles sein, so scheint es den „Seelentröstern“ des Internet darum zu gehen, ihre Aussagen möglichst so breit multiplizieren zu können, sie so sehr zu einem gut verkäuflichen Artikel des Seelenlebens zu machen, dass das Ergebnis manchmal etwas unpersönlich und austauschbar erscheint. Manchmal winken dabei Karrieren, die Erstaunen auslösen, CDs aufnehmen und absetzen, Bücher schreiben und verkaufen, daraus Hörbücher erstellen, etwas im Hörer auslösen, vor allem etwas Kollektives bei Massenveranstaltungen wie etwa Konzerten, den großen Beeinflusser, Wegweiser und Vorausgeher mit dem ganzen Instrumentarium der Suggestion zu geben, das gehört eigentlich zum Rüstzeug eines jeden „spirituellen“ Bewusstseinsarbeiters, früher und heute. Für Skepsis oder Kritik bleibt da wenig Raum, es gilt vielmehr das widerspruchsfreie „ergriffen“ sein auslösen und verstärken und mitmachen in einem kollektiven Taumel, dem gerne ein quasi meditativen Anstrich gegeben wird, in dem der Eindruck vermittelt wird, man sei mit dem verbunden, was den Menschen so recht eigentlich ausmacht. „Positives Denken“ ist einer der Inhalte, die in diesem Zusammenhang immer wieder gepredigt werden. Spiritualität online verfügbar machen, das würde den zeitgeistigen Schritt in eine massenhafte Verwertbarkeit aufzeigen und sie in größer Breite zu teilen. Selbsthilfe im Netz vermag Millionenumsätze generieren. Besser noch, das Angebot ist garniert mit entspannender Musik. Der Welt etwas von einer anderen Wirklichkeit erzählen, mag nicht nur einen Drang zur massenhaften Verbreitung, sondern auch zu einer maximalen Verkäuflichkeit erzeugen. Ziel: Das sollen alle wissen! (und dafür zahlen). Dass dadurch allerlei Oberflächlichkeiten Tür und Tor geöffnet sind, mag geradezu folgerichtig erscheinen....Wow!

Musizieren

Was meine Musik ausgemacht hat, was alle Musik ausmacht, was sie jetzt ausmacht? Erstens: Musik wird nicht nur abstrakt geplant und arrangiert, sondern ist ein Ergebnis von sozialen Situationen. D.h., ob ich damals in Bands gespielt habe mit anderen Musikerinnen und Musikern zusammen, die ganz bestimmte Qualitäten hatten und andere nicht, das war entscheidend für das Ergebnis. Das gilt auch für gewisse andere Musiker. Auch wie viele Gelegenheiten zur Probe es gab, welche Proberäume zur Verfügung standen, wie lange und wie oft wir sie nutzen konnten, welche Vorkenntnisse und Fertigkeiten es gab, wovon man „beeinflusst“ war, ob es Konflikte zwischen den einzelnen Mitgliedern der Gruppe (der Band) gab, welche Leute überhaupt mitmachten und wie sie sich beispielsweise identifizierten mit einem Ziel, wie sie sich "dran hängten" an gewisse Absichten, wie sehr sie von finanziellen Einkünften abhängig waren, wie lange sie durchhalten konnten, um ein gewisses Ziel zu erreichen … usw. Das alles hatte großen Einfluss auf unsere Übereinkunft, die sich in Musik ausdrückte und deren Umsetzung eingeübt werden wollte. Eine Zeit später bestimmten die sozialen Umstände einer Plattenfirma auf vielerlei Weise, was sich in einem musikalischen Projekt abspielen konnte, wie gut es voran kam usw..   Zweitens: Heutzutage, in der Vereinzelung neoliberaler Umstände, wenn jedermann seines eigenen Glückes Schmied ist, drückt sich das in der zur Verfügung stehenden Software und den Sounds aus, die in ein Ergebnis einfließen können. In dem, was eine bestimmte Software zulässt. Anders die reproduzierenden Musiker: sie sammelten Jobs und verdienten (spärliches) Geld und tun das heute noch. Sie wurden angerufen, der Recording-Vorgang, Aufnahmesessions waren zunächst nicht sehr wichtig für sie. Es mag sein, dass sich auf diese Weise auch gewisse „Stars“ heraus schälten und in einen Vorgang des selbständigen Verdienens einflossen. Dann wurde promoted, teuer aufgenommen, fotografiert und in alle Richtungen betreut, wie in der Popmusik. Es ging nun darum, "besser" als andere (Insbesondere der "Mitwettbewerber") zu sein. Beliebt schienen Vertretungsjobs gewesen zu sein, also das kurzfristige Einspringen für Kollegen, die verhindert waren. Aufgrund von exzellenten handwerklichen Fähigkeiten war dies jederzeit möglich. Im Bereich der Popmusik gibt es das wohl weniger, im Jazz hingegen sehr wohl. Heutzutage haben sich die Szenen radikal aufgesplittert, niemand weiß noch vom anderen, der andere Musik mit anderen Absichten macht. Dabei wäre gerade eine solche übergreifende Sicht auf so etwas wie Musik sehr wichtig.

Eric, bleib' noch!

Eric hat das Glück, das in seinen Gitarrentönen das Geheimnis wohnt. Hat es schon mal irgendjemand heraus gebracht, worin es besteht? Unzählige Kurse und Videoworkshops gibt es dazu inzwischen. Alle wollen sie spielen wie er. Der Blues, die Intensität. Sein Stil, logo. Der Ausdruck, - ja klar, so sage ich mir das seit Jahren. Noch heute muss ich geradezu weinen, wenn ich manche seiner Soli höre. Auf irgendeine Weise gehen sie mir nahe, sie treffen mich extrem. Worauf dieser Effekt beruht, weiß ich bis heute nicht. Er scheint mit seinem Spiel aber auch große Massen an Leuten faszinieren zu können. So etwas habe ich immer gesucht: Den Geschmack der großen Massen mit meinem Geschmack vereinen zu können! Kein Rockmusiker aus jener Zeit, in der Eric Clapton aufgetaucht ist, vermag auch heute noch solch große Arenen zu füllen und so viele Menschen anziehen zu können. Trotz Jimmy Page und Jeff Beck, denen Clapton einst bei den Yardbirds (kennt die noch irgendjemand?) begegnet ist oder die er abgelöst hat. Dass er große Schicksalsschläge zu erleiden hatte, macht ihn der Masse noch sympathischer. Er ist für uns durch die Hölle gegangen. Ihm scheint, - allein schon durch sein Spiel, - jene Authentizität zugetraut zu werden, nach der andere inzwischen so heftig streben. Vieles mehr könnte man über Eric Clapton schreiben. 

Ein wichtiges Erlebnis war es für mich aber, als ich durch Zufall einst einem Blindfoldtest unterzogen wurde: Wir fuhren im Auto eines Freundes und in der Autoanlage lief Musik. Es kam aber ein Titel, der mich ganz besonders traf: ich weiß noch, wie unglaublich ich ihn wegen der Gitarre fand. Ich fragte, wer denn der Gitarrist sei und bekam zur Auskunft: Eric Clapton. Das war‘s für mich: Ich war aus heiterem Himmel, ohne weiteres Wissen, mit dieser Gitarre konfrontiert, die mich ins Mark traf. Ich stelle fest, dass es manchmal nur zwei Töne sein können, die er aber auf seine Weise phrasiert, mit seinem Timing, mit seinen Eigenarten. Natürlich hat er auch viel Mist gemacht, hat sich Schnulzen aufschwätzen lassen, hat musikalisch im Schmutz gewühlt - und wenn er als Studiomusiker auftrat, dann wollte jeder "Gastgeber" in den Genuss dieses seines Geheimnisses kommen. Das muss ihn unter Druck gesetzt haben. Dass er in früheren Zeiten diesen Druck oft nicht aushalten konnte, dass er er regelrecht vor ihm geflohen ist in die scheinbare Anonymität und die Drogenwelt, mag er später besser in den Griff bekommen haben. Doch allmählich verglüht sein Stern und geht unter. Eric, bleibe noch ein bisschen! Ein paar Leute brauchen deine Musik geradezu als Lebensmittel.

Wer die Welt hält

Was wurden einst die Leute bekämpft, die einen wie auch immer gearteten Brückenschlag zwischen folkloristischer Musik außerhalb des anglophonen Sprachraums und ihrer eigenen Musik versuchten (Oberflächlichkeit war auch so ein gängiger Vorwurf, als sei ausgerechnet Popmusik ein Beispiel für kulturellen Tiefgang!!), auch von Kolonialismus und Imperialismus war gerne mal die Rede. Romantizismus in jeder Richtung schien verbreitet zu sein unter kundigen Geistern. Der Vorwurf müsste umgedreht werden und denen entgegen gehalten werden, die mit ihrer anglophonen Scheise die ganze Welt überschwemmen, weil sie die großen Medienkonzerne in ihren Kapitalfängen halten und dadurch die Macht haben, die jegliche andere Musik als irrelevant bezeichnen und sich selbst und ihren Geschmack als Nabel der Welt verkaufen.… In Wirklichkeit sind diejenigen die Imperialisten, die andere in anderen Ländern mit ihren „Produkten“ überschwemmen, die Geschmackskriterien diktieren und den „Markt“ des Showgeschäfts beherrschen. Sie scheinen sich inzwischen „durchgesetzt“ zu haben und mischen den Markt mit undefinierbarem Quark und einer wenig definierten Massenmusik auf, für die sie die Protagonisten einfach erfinden (lassen ------>Castings) Kreative Persönlichkeiten haben unter ihren Bedingungen keine Chance mehr, wozu sicher auch das auf gewisse dressierte und programmierte Abläufe gedrillte Publikum seinen Teil beiträgt. Eines, das sich um die Welt einen Dreck schert und vor allem auf sich selbst blickt. 

Star und Rolle

Ich will die Rolle des Popstars besser begreifen. Dabei geht es mir nicht um „Stars“ und Promis“, wie sie nicht nur in den Programmen des Frühstücksfernsehens dauernd vorgeführt werden, sondern um das Begreifen einer sozialen Rolle, einer Funktion für die Gesellschaft. Ich lerne: Diese Popstar-Leute wollten schon früh um jeden Preis nach vorne, (landläufig „Ehrgeiz“ genannt), erfüllten teilweise die ihnen durch negatives oder positives Beispiel aus der Familie „eingeimpften“ Werthaltungen, gebrauchten oder missbrauchten Personen und Dinge auf dem "Weg nach oben"  nach Belieben und stellten alles in den Dienst ihrer Sache, um nach vorne zu kommen. Dazu gehört auch, dass sie, je nachdem, ihre Identität wechselten, sich fortwährend interessant machten und den Aufmerksamkeitsfaktor für sich kitzelten. Sie arbeiteten hart am Image (Ruf), legten sich teilweise gar ein altruistisches Image zu, feilten an ihrer Herkunft aus der Gosse, ließen das herausarbeiten, womit sie eine gewisse Bodenständigkeit, eine "Credibility" und damit sowie einen hohen Identifikationsfaktor als auch eine Fähigkeit zur Empathie erwecken wollten, - und doch lebten sie in Saus und Braus als Verkörperung des Emporkömmlings und dessen, der es schafft, wenn er nur richtig will. Er lernt, sich an die Mechanismen des Business anzupassen und wie ein Schirm die versteckten Bedürfnisse und Träume der Leute auf sich zu ziehen, um sie stellvertretend für sie zu verkörpern und auszuleben. Sie lernen, Medien dafür zu gebrauchen, sie für ihre persönlichen Ziele einzusetzen. Sie akzeptieren vieles, was damit verbunden ist, als „notwendiges Übel“, sie passen sich möglichst lautlos an. Wenn nicht, inszenieren sie dies als besondere Raubeinigkeit und Eigenwilligkeit, die sich andere Leute (hauptsächlich diejenigen des Alltags) nicht leisten können, - obwohl sie es gerne würden.  Sie selbst qualifizieren sich dadurch als "auserwählt" (ein quasi-religiöser Vorgang), was zu aufgeblasenen Egos führt. 

One World!

Diese Leute bohren sich offensichtlich auf recht luxuriöse Weise durch ihren Alltag. Man glaubt den jederzeit auftauchenden Diener, der ihnen willfährig zu Diensten steht, geradezu zu ahnen. Er liegt „in der Luft“. „In the Air“. Dazu tun sie so, als würden sie Klavier spielen können und nennen es „One World: Together at home“. Die Wunder des Digitalen machen es möglich. Schon ein bisschen peinlich, wenn viele von ihnen „so tun als ob“. Dabei ist alles künstlich und virtuell. Hergestellt. In Wirklichkeit beschäftigen sie oft ganze Stäbe an dienstbaren Geistern, die auf allerlei Maschinen den Sound für sie machen, die Unterlage, auf der sie glänzen wollen. Sie tragen dann meist eine vage Idee bei, damit sie später Tantiemen abgreifen können. Wichtig ist, dass sie so tun, als seien wir alle beieinander. Irgendwie. Wir alle. Wenn auch virtuell. Große ausladende Kamine durften wir bewundern. Große Räume, die die Sicherheitsabstände locker garantieren..... Bourgoises Gediegenheits-Getue. Oder auch nicht gemachte Betten, - alles zum Zwecke der Erzeugung von Authentizität. Sich selbst zur Marke machen, sich inszenieren. Wird auch an den Popakademien gelehrt.  

 

Schmalzstullen gab es genug. Lieder, die rühren und einem nahe gehen sollen. Tanzchoreografien weniger. Großmogule des populären Lieds präsentierten sich und ihre Herrlichkeit (bzw. Dämlichkeit). Die Stones dabei. Boten Handgearbeitetes dar. „You can‘t always get, what you want“. Die alten Schrumpelgesichter. Wissen, wie's alles geht! Hoben sich zwangsläufig ein bisschen ab von all den glänzenden Oberflächlichkeiten und aufpolierten Fassaden der andern. Der Trick: genau das ist ihr Image! Die unverwüstlichen Kerle! Publikumswirksam focht man dann noch einen alten Strauß mit dem Kollegen McCartney aus. Nun ja! Beatles gegen Stones. Hm. Die Festivals fallen jetzt alle aus. Es stehen zunächst also keine Pilgerfahrten der Gemeinsamkeit mehr an. Die großen Gassenhauer muss man sich zunächst in leibhaftiger Darbietung verkneifen. Sie fallen zum Leid der armen Veranstalter aus. Nun ja, für in geschwollene  Töne gesetzte und gospelgetränte Rufe nach dem Herrn (im schwarzen Smoking) sind solche Festivals ja sowieso wenig geeignet. Mir scheint, dass durch diese Show eine Art Distanz demonstriert wurde und das, wozu das Popgeschäft in Jahrzehnten nach „Live Aid“ geworden ist. 

Musik erleben

Ich nehme wahr, wie sehr Pat Metheny mit seiner Gitarre einen eigenen Sound und eine typische Tonbildung hat. Das scheint mir in heutigen Zeiten eine große Leistung zu sein. Seine Alben geben gerade jetzt viel Energie, strahlen Mut und Empfindsamkeit aus. Ich hatte ihn aber auch mehrmals live erlebt, unter anderem auf seiner „Orchestrion“-Tour, die mir eine unglaubliche und alles überragende Musikalität gezeigt hat... ich konnte es nicht fassen, wie einer auf eine solche Weise mit sich selbst und seinen eigenen Linien, Motiven und Themen spielen konnte. Egomane? Mag sein. Person und Musik sollte man nicht verwechseln. Über den Auftritt habe ich freilich nicht geschrieben, weil ich da nicht im Auftrag hingegangen sondern aus freien Stücken hingegangen war. Ich schrieb allerdings in einer „Kritik“ des Jahres 2014 über sein Album „Kin“: Pat Metheny, Aufregende Wechselspiele - Was wurde und wird ihm nicht alles vorgeworfen: Zuckerguss, Esoterik, Wellness. Womöglich auch deshalb, weil er ein erfolgreicher Jazzgitarrist ist. Jazz und Erfolg, das geht laut Purismus nicht zusammen. Jetzt hat Pat Metheny zusammen mit seiner Unity Group das neue Album „Kin“ herausgegeben. Es bietet so gar nicht die leichte Kost, die ihm gerne zugeschrieben wird. Zudem präsentiert sich die Unity Group hier als echte Gruppe, die ihre Ideen zusammen im Kollektiv entwickelt und mit dem Saxofonisten Chris Potter über einen weiteren erstklassigen Solisten neben Metheny verfügt. Ihr Wechselspiel, ihre Begegnungen und Ergänzungen, ihre Berührungen mit der Rhythmusgruppe, das zu verfolgen macht alleine schon das Album lohnend. Auch das gemeinsame Schaffen von Spannungen, deren feinfühlige Entladung und das Suchen in einem musikalischen Horizont, der durchaus auch nachvollziehbar sein kann, machen das Album gut. Pat Metheny. Kin. Nonesuch/Warner.“

 Ich führte auch mal ein Interview mit ihm. Eine Passage daraus lautete: „Auf ihrer Platte scheinen ja auch folkloristische Motive eine Rolle zu spielen. Welche Beziehung haben Sie zum traditionellen Folk?" - "Grundsätzlich ist für mich alle Musik eins. Die Klänge und Harmonien, von denen ich mich angezogen fühle, hängen alle auf logische Weise zusammen. Das schließt eine große stilistische Breite ein. Es war immer ganz natürlich für mich, die Dinge zu spielen, die ich als Hörer und Musiker liebe. Dazu gehören aber auch jene Songs, die ich hörte, als ich im Mittleren Westen aufwuchs und die man wohl Folksongs oder Volkslieder nennt. Ich glaube nicht einmal, dass das irgendetwas mit Geografie zu tun hat“. Ich denke mir: Das alles wächst gerade jetzt immer weiter in mir. Es aktiviert mich und entwickelt sich weiter. Ich bin dankbar dafür." 

One World!

Diese Leute bohren sich offensichtlich auf recht luxuriöse Weise durch ihren Alltag. Man glaubt den jederzeit auftauchenden Diener, der ihnen willfährig zu Diensten steht, geradezu zu ahnen. Er liegt „in der Luft“. „In the Air“. Dazu tun sie so, als würden sie Klavier spielen können und nennen es „One World: Together at home“. Die Wunder des Digitalen machen es möglich. Schon ein bisschen peinlich, wenn viele von ihnen „so tun als ob“. Dabei ist alles künstlich und virtuell. Hergestellt. In Wirklichkeit beschäftigen sie oft ganze Stäbe an dienstbaren Geistern, die auf allerlei Maschinen den Sound für sie machen, die Unterlage, auf der sie glänzen wollen. Sie tragen dann meist eine vage Idee bei, damit sie später Tantiemen abgreifen können. Wichtig ist, dass sie so tun, als seien wir alle beieinander. Irgendwie. Wir alle. Wenn auch virtuell. Große ausladende Kamine durften wir bewundern. Große Räume, die die Sicherheitsabstände locker garantieren..... Bourgoises Gediegenheits-Getue. Oder auch nicht gemachte Betten, - alles zum Zwecke der Erzeugung von Authentizität. Sich selbst zur Marke machen, sich inszenieren. Wird auch an den Popakademien gelehrt.  

 

Schmalzstullen gab es genug. Lieder, die rühren und einem nahe gehen sollen. Tanzchoreografien weniger. Großmogule des populären Lieds präsentierten sich und ihre Herrlichkeit (bzw. Dämlichkeit). Die Stones dabei. Boten Handgearbeitetes dar. „You can‘t always get, what you want“. Die alten Schrumpelgesichter. Wissen, wie's alles geht! Hoben sich zwangsläufig ein bisschen ab von all den glänzenden Oberflächlichkeiten und aufpolierten Fassaden der andern. Der Trick: genau das ist ihr Image! Die unverwüstlichen Kerle! Publikumswirksam focht man dann noch einen alten Strauß mit dem Kollegen McCartney aus. Nun ja! Beatles gegen Stones. Hm. Die Festivals fallen jetzt alle aus. Es stehen zunächst also keine Pilgerfahrten der Gemeinsamkeit mehr an. Die großen Gassenhauer muss man sich zunächst in leibhaftiger Darbietung verkneifen. Sie fallen zum Leid der armen Veranstalter aus. Nun ja, für in geschwollene  Töne gesetzte und gospelgetränte Rufe nach dem Herrn (im schwarzen Smoking) sind solche Festivals ja sowieso wenig geeignet. Mir scheint, dass durch diese Show eine Art Distanz demonstriert wurde und das, wozu das Popgeschäft in Jahrzehnten nach „Live Aid“ geworden ist. 

Die Zwei beiden

Ich erinnere mich, dass ich irgendwo etwas über die Pet Shop Boys gelesen hatte - und wie gut sie sich in Berlin fühlten. Dort könne man auch unerkannt untertauchen und in der Masse aufgehen. Doch wenn ich mich an die neunziger Jahre und Konzerte von ihnen erinnere, so kosteten diese genau diese völlig überhöhten Eintrittspreise aus wie die Darbietungen anderer Rockartisten auch. Mir kam es damals so vor, als zelebrierten sich diese Pet Shop Boys ganz besonders stark als angesagte Popstars (von den informierten Journalisten natürlich als ironische Überhöhung gedeutet). Natürlich gab es diejenigen, die es ihnen als ganz besonders intelligente Darbietung auslegten: dadurch käme ihre spezielle Kritik am Business besonders sublim zum Ausdruck. Nun ja, eher aus den Augenwinkeln heraus (ich war damals weder Fan“ noch lehnte ich sie ab, sie waren mir als Popstars gleichgültig…) glaubte ich damals wahr zu nehmen, dass genau diese überintelligenten Boys nahezu bei jeder gut bezahlten Gelegenheit auftraten (sah ich sie auch bei den M-TV-Awards? Ich weiß es nicht mehr genau…). Dass genau diese Boys zumindest für mich dieses um jeden Euro feilschende Business verkörperten, das für jene Klasse der aalglatten Karrieristen zu stehen schien, die sich in neoliberaler Manier gegen jeden und jedes durchsetzten, die es platt machten und sich mit ganzer Gier vor der globalen Schulklasse aufspielten. Sie taten das mit jenen aalglatten, äußerst gefällig ins Ohr gehenden, fast musicalhaft wirkenden Melodien und jenem fast unbeteiligt wirkenden Gesang, der auf manches Gemüt mit seiner ironischen Distanz so ungemein Eindruck zu machen imstande war. Man war und wurde in eine spezielle Ambivalenz versetzt, in ein „einerseits“ und ein „andererseits“. Ob es das war, was diese Bescheidwisser so in Begeisterung versetzte? Jedenfalls scheinen sie ihr Rezept bis heute, bis ins hohe Alter durchzuziehen. Jüngst soll eine neue Platte, ein Tonträger (ach, wie altmodisch!!!) von ihnen erschienen sein. Die veröffentlichte Meinung scheint davon zum zigten Male sehr angetan zu sein. Ich mochte sie als ein Teil des Ganzen, sah in ihnen aber nicht unbedingt die großen Innovatoren. Dies glatten Gefälligkeiten, die so ganz besonders als Begleittrack gut zum Bügeln der letzten Wäsche passten: Sie ließen mich kalt. Heute höre ich ihre neuesten Absonderungen nicht einmal: sie sind mir tendenziell schon zu oft zu langweilig gewesen.   

Crossover

 „Crossover“ scheint eine Zauberformel vergangener Zeiten, die Überschreitung der vor allem von Profitinteressen vorgegebenen Genregrenzen war damit gemeint. So war in der letzten Vergangenheit die Vermischung von Metal und Funk beliebt. Geradezu spezielle Reize schien der Vermischung verschiedener Genrekennzeichen auf Künster der Popmusik auszuüben. Doch mittlerweile scheint sich das Blatt vollkommen gewandelt zu haben. Jegliche Art von Popmusik scheint streng formatiert und auf krass fraktionierte Ziwelgruppen zugeschnitten zu sein. Unter anderem, man weiß das wohl, scheint dies auch den Diktaten der „Playlists“ und der streamingorientierten Digitalwirtschaft geschuldet, die auf eine möglichst schnelle und effiziente Einordnung bedacht ist. Darin gleicht sie übrigens den Bestrebungen, denen die Menschen zunehmend ausgesetzt sind: auch sie sollen sich einordnen in globale und Marktorientierte Konsumprozesse. Dies erzeuge Wachstum, so die gängige Lüge. Und Wachstum befördere die Wirtschaft, sie brauche dies regelrecht, Wachsttum sei die Voraussetzung „für alles“. Meine eigene Musik, die eine Überschreitung von Genregrenzen quasi in sich trägt und die Einflüsse eines langen Zeitraums aufnehmen will, ist in puncto Hörerschaft radikal gescheitert. Es scheint sich nahezu niemand mehr für einen solchen Ansatz zu interessieren. Popmusik scheint zu einer allzeit und überall verfügbaren anonymen Masse geworden zu sein. Was zählt, ist der schnelle Kick und das durchschlagskräftige Lick. Dies spielt sich in einem digitalen Geschäft ab, das absolut und überall von Kaufleuten dominiert ist. Wo sind die Liebhaber und die Interessierten? Auch sie sind offenbar verschwunden, interessieren sich offenbar nur noch für ihre Wahrnehmungsblase. Für ihre, unter anderem auch sozial abhängige Auffassung von Gut und Schlecht.

Meditative Musik und Verkäuflichkeit

Natürlich schleppt der moderne Mensch eine Art „spirituelles“ oder „religiöses“ Anliegen mit sich herum, das er auch gerne mal auf die Musik projeziert. Musik soll ja das sein, was man nicht anders sagen kann…..sagen bedeutende Geister. Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, - behauptete auch Nietzsche. Die ausschließliche Jagd nach Geld scheint jedenfalls den modernen Menschen nicht ausfüllen zu können. Der Markt der spirituellen Bewusstseinswaren wird also diesem Bedürfnis nachgehend immer größer. Der neueste Trend scheint spirituelle Erleuchtung per Internet zu sein. Hier einen Kurs zu buchen (mit meditativer Musik als unterspülender „Leichtmacher“), sich eines Coachings zu unterziehen oder sich per Skype unterweisen zu lassen, kann offenbar viel Kohle bringen (da springt auch etwas für den unbekannten Meister (oder die Meisterin?) heraus, der die Musik liefert). Es scheint jedenfalls darum zu gehen, sich selbst als Medium darzustellen, das offen ist für allerlei spirituelle Erfahrung. „Inspiration“ liefern, Menschen einen Kick in Richtung anderer Bewusstseinsebenen zu geben, das kann neben der guten alten Guru-Funktion, die Menschen zur Orientierung zu brauchen scheinen, ein gutes Geschäft sein. In der Rockmusik machten das schon früh unter anderem John McLaughlin und Carlos Santana klar. Gerade Santana scheint inzwischen abgekippt zu sein in die breite und völlig unspirituelle US-Popmusik. Von Spirituellem ist bei ihm offenbar nur noch in seinen Verkaufssprüchen und seinem Auftreten die Rede.

 

Sensibel scheinen „Medien“ oft dadurch geworden zu sein, indem sie selbst trainiert oder „gecoacht“ wurden und sich allerlei Unterweisungen unterzogen. So machen Jünger ihre Jünger selbst, vervielfältigen ihre Ansichten, indem sie ein Bedürfnis ihrer Mitmenschen befriedigen. Es gilt für alle, „Wege in die Spiritualität“ zu weisen. Kam es Leuten wie mir immer so vor, als sei dies etwas höchst Individuelles sein, so scheint es den „Seelentröstern“ des Internet darum zu gehen, ihre Aussagen möglichst so breit multiplizieren zu können, sie so sehr zu einem gut verkäuflichen Artikel des Seelenlebens zu machen, dass das Ergebnis manchmal etwas unpersönlich und austauschbar erscheint. Manchmal winken dabei Karrieren, die Erstaunen auslösen, CDs aufnehmen und absetzen, Bücher schreiben und verkaufen, daraus Hörbücher erstellen, etwas im Hörer auslösen, vor allem etwas Kollektives bei Massenveranstaltungen wie etwa Konzerten, den großen Beeinflusser, Wegweiser und Vorausgeher mit dem ganzen Instrumentarium der Suggestion zu geben, das gehört eigentlich zum Rüstzeug eines jeden „spirituellen“ Bewusstseinsarbeiters, früher und heute. Für Skepsis oder Kritik bleibt da wenig Raum, es gilt vielmehr das widerspruchsfreie „ergriffen“ sein auslösen und verstärken und mitmachen in einem kollektiven Taumel, dem gerne ein quasi meditativen Anstrich gegeben wird, in dem der Eindruck vermittelt wird, man sei mit dem verbunden, was den Menschen so recht eigentlich ausmacht. „Positives Denken“ ist einer der Inhalte, die in diesem Zusammenhang immer wieder gepredigt werden. Spiritualität online verfügbar machen, das würde den zeitgeistigen Schritt in eine massenhafte Verwertbarkeit aufzeigen und sie in größer Breite zu teilen. Selbsthilfe im Netz vermag Millionenumsätze generieren. Besser noch, das Angebot ist garniert mit entspannender Musik. Der Welt etwas von einer anderen Wirklichkeit erzählen, mag nicht nur einen Drang zur massenhaften Verbreitung, sondern auch zu einer maximalen Verkäuflichkeit erzeugen. Ziel: Das sollen alle wissen! (und dafür zahlen). Dass dadurch allerlei Oberflächlichkeiten Tür und Tor geöffnet sind, mag geradezu folgerichtig erscheinen....Wow!

Musizieren

Was meine Musik ausgemacht hat, was alle Musik ausmacht, was sie jetzt ausmacht? Erstens: Musik wird nicht nur abstrakt geplant und arrangiert, sondern ist ein Ergebnis von sozialen Situationen. D.h., ob ich damals in Bands gespielt habe mit anderen Musikerinnen und Musikern zusammen, die ganz bestimmte Qualitäten hatten und andere nicht, das war entscheidend für das Ergebnis. Das gilt auch für gewisse andere Musiker. Auch wie viele Gelegenheiten zur Probe es gab, welche Proberäume zur Verfügung standen, wie lange und wie oft wir sie nutzen konnten, welche Vorkenntnisse und Fertigkeiten es gab, wovon man „beeinflusst“ war, ob es Konflikte zwischen den einzelnen Mitgliedern der Gruppe (der Band) gab, welche Leute überhaupt mitmachten und wie sie sich beispielsweise identifizierten mit einem Ziel, wie sie sich "dran hängten" an gewisse Absichten, wie sehr sie von finanziellen Einkünften abhängig waren, wie lange sie durchhalten konnten, um ein gewisses Ziel zu erreichen … usw. Das alles hatte großen Einfluss auf unsere Übereinkunft, die sich in Musik ausdrückte und deren Umsetzung eingeübt werden wollte. Eine Zeit später bestimmten die sozialen Umstände einer Plattenfirma auf vielerlei Weise, was sich in einem musikalischen Projekt abspielen konnte, wie gut es voran kam usw..   Zweitens: Heutzutage, in der Vereinzelung neoliberaler Umstände, wenn jedermann seines eigenen Glückes Schmied ist, drückt sich das in der zur Verfügung stehenden Software und den Sounds aus, die in ein Ergebnis einfließen können. In dem, was eine bestimmte Software zulässt. Anders die reproduzierenden Musiker: sie sammelten Jobs und verdienten (spärliches) Geld und tun das heute noch. Sie wurden angerufen, der Recording-Vorgang, Aufnahmesessions waren zunächst nicht sehr wichtig für sie. Es mag sein, dass sich auf diese Weise auch gewisse „Stars“ heraus schälten und in einen Vorgang des selbständigen Verdienens einflossen. Dann wurde promoted, teuer aufgenommen, fotografiert und in alle Richtungen betreut, wie in der Popmusik. Es ging nun darum, "besser" als andere (Insbesondere der "Mitwettbewerber") zu sein. Beliebt schienen Vertretungsjobs gewesen zu sein, also das kurzfristige Einspringen für Kollegen, die verhindert waren. Aufgrund von exzellenten handwerklichen Fähigkeiten war dies jederzeit möglich. Im Bereich der Popmusik gibt es das wohl weniger, im Jazz hingegen sehr wohl. Heutzutage haben sich die Szenen radikal aufgesplittert, niemand weiß noch vom anderen, der andere Musik mit anderen Absichten macht. Dabei wäre gerade eine solche übergreifende Sicht auf so etwas wie Musik sehr wichtig.

One World!

Diese Leute bohren sich offensichtlich auf recht luxuriöse Weise durch ihren Alltag. Man glaubt den jederzeit auftauchenden Diener, der ihnen willfährig zu Diensten steht, geradezu zu ahnen. Er liegt „in der Luft“. „In the Air“. Dazu tun sie so, als würden sie Klavier spielen können und nennen es „One World: Together at home“. Die Wunder des Digitalen machen es möglich. Schon ein bisschen peinlich, wenn viele von ihnen „so tun als ob“. Dabei ist alles künstlich und virtuell. Hergestellt. In Wirklichkeit beschäftigen sie oft ganze Stäbe an dienstbaren Geistern, die auf allerlei Maschinen den Sound für sie machen, die Unterlage, auf der sie glänzen wollen. Sie tragen dann meist eine vage Idee bei, damit sie später Tantiemen abgreifen können. Wichtig ist, dass sie so tun, als seien wir alle beieinander. Irgendwie. Wir alle. Wenn auch virtuell. Große ausladende Kamine durften wir bewundern. Große Räume, die die Sicherheitsabstände locker garantieren..... Bourgoises Gediegenheits-Getue. Oder auch nicht gemachte Betten, - alles zum Zwecke der Erzeugung von Authentizität. Sich selbst zur Marke machen, sich inszenieren. Wird auch an den Popakademien gelehrt.  

 

Schmalzstullen gab es genug. Lieder, die rühren und einem nahe gehen sollen. Tanzchoreografien weniger. Großmogule des populären Lieds präsentierten sich und ihre Herrlichkeit (bzw. Dämlichkeit). Die Stones dabei. Boten Handgearbeitetes dar. „You can‘t always get, what you want“. Die alten Schrumpelgesichter. Wissen, wie's alles geht! Hoben sich zwangsläufig ein bisschen ab von all den glänzenden Oberflächlichkeiten und aufpolierten Fassaden der andern. Der Trick: genau das ist ihr Image! Die unverwüstlichen Kerle! Publikumswirksam focht man dann noch einen alten Strauß mit dem Kollegen McCartney aus. Nun ja! Beatles gegen Stones. Hm. Die Festivals fallen jetzt alle aus. Es stehen zunächst also keine Pilgerfahrten der Gemeinsamkeit mehr an. Die großen Gassenhauer muss man sich zunächst in leibhaftiger Darbietung verkneifen. Sie fallen zum Leid der armen Veranstalter aus. Nun ja, für in geschwollene  Töne gesetzte und gospelgetränte Rufe nach dem Herrn (im schwarzen Smoking) sind solche Festivals ja sowieso wenig geeignet. Mir scheint, dass durch diese Show eine Art Distanz demonstriert wurde und das, wozu das Popgeschäft in Jahrzehnten nach „Live Aid“ geworden ist. 

Die Zwei beiden

Ich erinnere mich, dass ich irgendwo etwas über die Pet Shop Boys gelesen hatte - und wie gut sie sich in Berlin fühlten. Dort könne man auch unerkannt untertauchen und in der Masse aufgehen. Doch wenn ich mich an die neunziger Jahre und Konzerte von ihnen erinnere, so kosteten diese genau diese völlig überhöhten Eintrittspreise aus wie die Darbietungen anderer Rockartisten auch. Mir kam es damals so vor, als zelebrierten sich diese Pet Shop Boys ganz besonders stark als angesagte Popstars (von den informierten Journalisten natürlich als ironische Überhöhung gedeutet). Natürlich gab es diejenigen, die es ihnen als ganz besonders intelligente Darbietung auslegten: dadurch käme ihre spezielle Kritik am Business besonders sublim zum Ausdruck. Nun ja, eher aus den Augenwinkeln heraus (ich war damals weder Fan“ noch lehnte ich sie ab, sie waren mir als Popstars gleichgültig…) glaubte ich damals wahr zu nehmen, dass genau diese überintelligenten Boys nahezu bei jeder gut bezahlten Gelegenheit auftraten (sah ich sie auch bei den M-TV-Awards? Ich weiß es nicht mehr genau…). Dass genau diese Boys zumindest für mich dieses um jeden Euro feilschende Business verkörperten, das für jene Klasse der aalglatten Karrieristen zu stehen schien, die sich in neoliberaler Manier gegen jeden und jedes durchsetzten, die es platt machten und sich mit ganzer Gier vor der globalen Schulklasse aufspielten. Sie taten das mit jenen aalglatten, äußerst gefällig ins Ohr gehenden, fast musicalhaft wirkenden Melodien und jenem fast unbeteiligt wirkenden Gesang, der auf manches Gemüt mit seiner ironischen Distanz so ungemein Eindruck zu machen imstande war. Man war und wurde in eine spezielle Ambivalenz versetzt, in ein „einerseits“ und ein „andererseits“. Ob es das war, was diese Bescheidwisser so in Begeisterung versetzte? Jedenfalls scheinen sie ihr Rezept bis heute, bis ins hohe Alter durchzuziehen. Jüngst soll eine neue Platte, ein Tonträger (ach, wie altmodisch!!!) von ihnen erschienen sein. Die veröffentlichte Meinung scheint davon zum zigten Male sehr angetan zu sein. Ich mochte sie als ein Teil des Ganzen, sah in ihnen aber nicht unbedingt die großen Innovatoren. Dies glatten Gefälligkeiten, die so ganz besonders als Begleittrack gut zum Bügeln der letzten Wäsche passten: Sie ließen mich kalt. Heute höre ich ihre neuesten Absonderungen nicht einmal: sie sind mir tendenziell schon zu oft zu langweilig gewesen.   

Crossover

 „Crossover“ scheint eine Zauberformel vergangener Zeiten, die Überschreitung der vor allem von Profitinteressen vorgegebenen Genregrenzen war damit gemeint. So war in der letzten Vergangenheit die Vermischung von Metal und Funk beliebt. Geradezu spezielle Reize schien der Vermischung verschiedener Genrekennzeichen auf Künster der Popmusik auszuüben. Doch mittlerweile scheint sich das Blatt vollkommen gewandelt zu haben. Jegliche Art von Popmusik scheint streng formatiert und auf krass fraktionierte Ziwelgruppen zugeschnitten zu sein. Unter anderem, man weiß das wohl, scheint dies auch den Diktaten der „Playlists“ und der streamingorientierten Digitalwirtschaft geschuldet, die auf eine möglichst schnelle und effiziente Einordnung bedacht ist. Darin gleicht sie übrigens den Bestrebungen, denen die Menschen zunehmend ausgesetzt sind: auch sie sollen sich einordnen in globale und Marktorientierte Konsumprozesse. Dies erzeuge Wachstum, so die gängige Lüge. Und Wachstum befördere die Wirtschaft, sie brauche dies regelrecht, Wachsttum sei die Voraussetzung „für alles“. Meine eigene Musik, die eine Überschreitung von Genregrenzen quasi in sich trägt und die Einflüsse eines langen Zeitraums aufnehmen will, ist in puncto Hörerschaft radikal gescheitert. Es scheint sich nahezu niemand mehr für einen solchen Ansatz zu interessieren. Popmusik scheint zu einer allzeit und überall verfügbaren anonymen Masse geworden zu sein. Was zählt, ist der schnelle Kick und das durchschlagskräftige Lick. Dies spielt sich in einem digitalen Geschäft ab, das absolut und überall von Kaufleuten dominiert ist. Wo sind die Liebhaber und die Interessierten? Auch sie sind offenbar verschwunden, interessieren sich offenbar nur noch für ihre Wahrnehmungsblase. Für ihre, unter anderem auch sozial abhängige Auffassung von Gut und Schlecht.

Meditative Musik und Verkäuflichkeit

Natürlich schleppt der moderne Mensch eine Art „spirituelles“ oder „religiöses“ Anliegen mit sich herum, das er auch gerne mal auf die Musik projeziert. Musik soll ja das sein, was man nicht anders sagen kann…..sagen bedeutende Geister. Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, - behauptete auch Nietzsche. Die ausschließliche Jagd nach Geld scheint jedenfalls den modernen Menschen nicht ausfüllen zu können. Der Markt der spirituellen Bewusstseinswaren wird also diesem Bedürfnis nachgehend immer größer. Der neueste Trend scheint spirituelle Erleuchtung per Internet zu sein. Hier einen Kurs zu buchen (mit meditativer Musik als unterspülender „Leichtmacher“), sich eines Coachings zu unterziehen oder sich per Skype unterweisen zu lassen, kann offenbar viel Kohle bringen (da springt auch etwas für den unbekannten Meister (oder die Meisterin?) heraus, der die Musik liefert). Es scheint jedenfalls darum zu gehen, sich selbst als Medium darzustellen, das offen ist für allerlei spirituelle Erfahrung. „Inspiration“ liefern, Menschen einen Kick in Richtung anderer Bewusstseinsebenen zu geben, das kann neben der guten alten Guru-Funktion, die Menschen zur Orientierung zu brauchen scheinen, ein gutes Geschäft sein. In der Rockmusik machten das schon früh unter anderem John McLaughlin und Carlos Santana klar. Gerade Santana scheint inzwischen abgekippt zu sein in die breite und völlig unspirituelle US-Popmusik. Von Spirituellem ist bei ihm offenbar nur noch in seinen Verkaufssprüchen und seinem Auftreten die Rede.

 

Sensibel scheinen „Medien“ oft dadurch geworden zu sein, indem sie selbst trainiert oder „gecoacht“ wurden und sich allerlei Unterweisungen unterzogen. So machen Jünger ihre Jünger selbst, vervielfältigen ihre Ansichten, indem sie ein Bedürfnis ihrer Mitmenschen befriedigen. Es gilt für alle, „Wege in die Spiritualität“ zu weisen. Kam es Leuten wie mir immer so vor, als sei dies etwas höchst Individuelles sein, so scheint es den „Seelentröstern“ des Internet darum zu gehen, ihre Aussagen möglichst so breit multiplizieren zu können, sie so sehr zu einem gut verkäuflichen Artikel des Seelenlebens zu machen, dass das Ergebnis manchmal etwas unpersönlich und austauschbar erscheint. Manchmal winken dabei Karrieren, die Erstaunen auslösen, CDs aufnehmen und absetzen, Bücher schreiben und verkaufen, daraus Hörbücher erstellen, etwas im Hörer auslösen, vor allem etwas Kollektives bei Massenveranstaltungen wie etwa Konzerten, den großen Beeinflusser, Wegweiser und Vorausgeher mit dem ganzen Instrumentarium der Suggestion zu geben, das gehört eigentlich zum Rüstzeug eines jeden „spirituellen“ Bewusstseinsarbeiters, früher und heute. Für Skepsis oder Kritik bleibt da wenig Raum, es gilt vielmehr das widerspruchsfreie „ergriffen“ sein auslösen und verstärken und mitmachen in einem kollektiven Taumel, dem gerne ein quasi meditativen Anstrich gegeben wird, in dem der Eindruck vermittelt wird, man sei mit dem verbunden, was den Menschen so recht eigentlich ausmacht. „Positives Denken“ ist einer der Inhalte, die in diesem Zusammenhang immer wieder gepredigt werden. Spiritualität online verfügbar machen, das würde den zeitgeistigen Schritt in eine massenhafte Verwertbarkeit aufzeigen und sie in größer Breite zu teilen. Selbsthilfe im Netz vermag Millionenumsätze generieren. Besser noch, das Angebot ist garniert mit entspannender Musik. Der Welt etwas von einer anderen Wirklichkeit erzählen, mag nicht nur einen Drang zur massenhaften Verbreitung, sondern auch zu einer maximalen Verkäuflichkeit erzeugen. Ziel: Das sollen alle wissen! (und dafür zahlen). Dass dadurch allerlei Oberflächlichkeiten Tür und Tor geöffnet sind, mag geradezu folgerichtig erscheinen....Wow!

Musizieren

Was meine Musik ausgemacht hat, was alle Musik ausmacht, was sie jetzt ausmacht? Erstens: Musik wird nicht nur abstrakt geplant und arrangiert, sondern ist ein Ergebnis von sozialen Situationen. D.h., ob ich damals in Bands gespielt habe mit anderen Musikerinnen und Musikern zusammen, die ganz bestimmte Qualitäten hatten und andere nicht, das war entscheidend für das Ergebnis. Das gilt auch für gewisse andere Musiker. Auch wie viele Gelegenheiten zur Probe es gab, welche Proberäume zur Verfügung standen, wie lange und wie oft wir sie nutzen konnten, welche Vorkenntnisse und Fertigkeiten es gab, wovon man „beeinflusst“ war, ob es Konflikte zwischen den einzelnen Mitgliedern der Gruppe (der Band) gab, welche Leute überhaupt mitmachten und wie sie sich beispielsweise identifizierten mit einem Ziel, wie sie sich "dran hängten" an gewisse Absichten, wie sehr sie von finanziellen Einkünften abhängig waren, wie lange sie durchhalten konnten, um ein gewisses Ziel zu erreichen … usw. Das alles hatte großen Einfluss auf unsere Übereinkunft, die sich in Musik ausdrückte und deren Umsetzung eingeübt werden wollte. Eine Zeit später bestimmten die sozialen Umstände einer Plattenfirma auf vielerlei Weise, was sich in einem musikalischen Projekt abspielen konnte, wie gut es voran kam usw..   Zweitens: Heutzutage, in der Vereinzelung neoliberaler Umstände, wenn jedermann seines eigenen Glückes Schmied ist, drückt sich das in der zur Verfügung stehenden Software und den Sounds aus, die in ein Ergebnis einfließen können. In dem, was eine bestimmte Software zulässt. Anders die reproduzierenden Musiker: sie sammelten Jobs und verdienten (spärliches) Geld und tun das heute noch. Sie wurden angerufen, der Recording-Vorgang, Aufnahmesessions waren zunächst nicht sehr wichtig für sie. Es mag sein, dass sich auf diese Weise auch gewisse „Stars“ heraus schälten und in einen Vorgang des selbständigen Verdienens einflossen. Dann wurde promoted, teuer aufgenommen, fotografiert und in alle Richtungen betreut, wie in der Popmusik. Es ging nun darum, "besser" als andere (Insbesondere der "Mitwettbewerber") zu sein. Beliebt schienen Vertretungsjobs gewesen zu sein, also das kurzfristige Einspringen für Kollegen, die verhindert waren. Aufgrund von exzellenten handwerklichen Fähigkeiten war dies jederzeit möglich. Im Bereich der Popmusik gibt es das wohl weniger, im Jazz hingegen sehr wohl. Heutzutage haben sich die Szenen radikal aufgesplittert, niemand weiß noch vom anderen, der andere Musik mit anderen Absichten macht. Dabei wäre gerade eine solche übergreifende Sicht auf so etwas wie Musik sehr wichtig.