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Popular Pop

Ein gängiger Trick ist es, „popular“ und „populär“ von „Pop“ zu unterscheiden.  „Populär“ sei ein klassenspezifischer Begriff, so heißt es mancherorts, unter dem quasi „von oben herab“ für das Volk produziert werde, - was also diskriminierend gemeint sei. „Arbeiterkultur“ würde auf diese Weise herabgewürdigt. Doch ist wohl auch Pop gewissen Vermarktungszusammenhängen und den speziellen Interessen der „Arbeiterkultur“ ausgeliefert, selbst wenn er sich als Avantgarde geriert. Und ob „Pop“ ausgerechnet der „Arbeiterkultur“ (was ist das eigentlich im 21. Jahrhundert des Prekariats?) zugerechnet werden kann, erscheint zumindest fraglich. Zudem lese ich dauernd Porträts von Popstars, die betonen, wie sehr sie von der Arbeiterklasse beeinflusst und gerade deswegen besonders clever bei den Vermarktungsstrategien seien. Dass sie vor so gut wie nichts zurück schreckten, um sich verkäuflicher und beliebter zu machen. Die alte Protesthaltung gegen so etwas sei längst passee, so die geadelte Kritik, es sei eine Haltung angesagt, die mit dem Bestehenden einverstanden sei und es gerade dadurch immer wieder unterlaufe. In den „Protetestzeiten“ sagte man zu so etwas „affirmativ“ und verteufelte es. Nun wird das gerne mit allerlei Tricks zu revidieren versucht. Diese bedingungslose Akzeptanz scheint mir eher einer Kapitulation zu gleichen, die wir zumindest mit unseren bescheidenen Mitteln vermeiden wollen.  

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