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Einfädeln am Morgen

 „I get up in the morning, drink a cup of coffee, look out of the window, try to get it started….“ So beginnt der Texaner Lyle Lovett seinen Song „In my own mind“ und wir glauben manchmal, es seien unsere eigenen Worte. Dazu zieht und grillt er diese Worte in seiner eigenen Art. „I live in my own mind, ain`t nothing but a good time, no rain, just sunshine, out here in my own mind“. Wir wollen diese Einstellung zu uns herüber ziehen, sie uns zu eigen machen, auch mit seiner ureigenen Ironie. Lyle Lovett kommt aus West-Texas, wo im Unterschied zu Dallas oder Houston vor allem arme Leute leben. Der Mann selbst ist aber wohl kaum arm geblieben: hat Pferde, Hunde und seine funkelnde Ironie. Sein „Guten Morgen“-Song befindet sich auf der 2004 erschienen Scheibe „My Baby don`t tolerate“ auf der Dean Parks den Gitarristen geben muss. Der Mann ist und war ja bekannt für seine zurückhaltende, illustrative Art, Gitarre zu spielen. Manchmal gab es ein paar Einwürfe, ansonsten cleveres Hintergrund gestalten, illustrieren, bespielen, Akzente setzen. Hier auf diesem Album ist es anders: Besonders zu Beginn, im Titelsong, lässt er es fast vordergründig krachen. Er soll hier eine Art Texas Boogie machen, mit all diesen ZZTop-Klischees, die wir von tausend anderen Gitarristen kennen, von ihm aber nicht. Er muss hier offensiv spielen, was ihm nicht liegt, aber was er hier mit Bravour erledigt. So etwas wollte man von ihm immer schon mal hören! Dazu Lyle Lovett, der so manche Vordergründigkeit süffisant verschluckt, sie kaut und zerdehnt, zusammen mit der Gitarre. Ein Meister der Untertreibung. Wie er die Vokale genießerisch verschluckt und auf der Zunge zergehen lässt! Klasse!