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Soundmelancholie

Nils Petter Molvaer: seine Scheiben scheinen sich beständig zu drehen und neue Seiten an sich zu offenbaren. Ich sitze und höre „Solid Ether“ aufmerksam zu, dann „Khmer“ und „NP3“, wobei mir Instrumente und Verläufe auffallen, die in etwas Neues hinein führen. Zunächst nicht funktionierende CD-Kopien können mich dabei nicht bremsen. Ich kämpfe das durch und gelange stolz zum Hörgenuss. Da sind diese kratzigen Klänge, die in Elektronik gebadet scheinen, die auf hypnotischen Maschinen-Rhythmen tanzen, zerfetzt, verletzt, verwundet und sodann wieder in Schönheit strahlend, Bögen ziehend, aus dem Chaos aufsteigend, aus dem Grauen ins Goldene zielend, aus Sphären des Hintergrunds und wieder zurück blökend, sanft, dreckig wüst, aus Wolken hinein in ein Sandstrahlgebläse in Getragenem aufgehoben hinaus ins hektisch Getriebene, vom leise Zurückhaltenden hinaus in laute Betriebsamkeit, vom Maschinellen ins individuell Isolierte, ins traurig Suchende und im Nebel stochernde Unsicherheit, das aus dieser Zeit kommende über Rhythmen tanzende Etwas, aus digitalen Räumen gequetscht, mit Nachhall versetzt, aus Träumen gemacht in zerfließende Melancholien befeuert, aus der Scheise in den Äther strebend, zerkräuselt, auf Ruinen zerfetzt tanzend, pumpend eine Existenz zu entziffern suchend, röcheln, hechelnd dem Sein nahe, in Ignoranz und Dunkelheit abtauchend, sich ablösend in zerfließende Verheerung, schürfend und schroff schnorchelnd.