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Ganz alleine

Ist das jetzt besonders eindringlich intim? Ja, man kann diesen Honig daraus saugen! Dem Klischee entsprechend. In tausend Formationen hat er seinen Ton eingebracht, mit sehr vielen Musikern hat er schon zusammen gespielt und Alben aufgenommen. Ja, er hat diesen typischen Ton, ob man ihn mag oder nicht. Er strebt einem Ziel entgegen, das er beharrlich auf vielen Wegen verfolgt. Jetzt kommt Pat Metheny er mit seiner Solo-CD „Dream Box“: Nur die Gitarre, sonst nichts. Er verschränkt hier mal wieder Schönheit mit Gefühl, Sound und Technik. Man glaubt Themen zu erkennen, Motive, die sich aber wieder verdunkeln. Er träufelt das in uns hinein, vorbei an vielen Gefälligkeiten, hinauf zu einem Ziel, das auch wir spüren können. Das Dunkle überquert das Offensichtliche. Er schöpft aus seinem Born mit einer Konsequenz, die ihn letztlich zum Star gemacht hat. Wer ihn je live erlebt hat, versteht das ohnehin noch besser. Wie er da seine Virtuosität in den Dienst seiner Sache gestellt hat!! Luftig ist das hier und gleichzeitig geerdet. Im letzten Moment biegt er ab und zeichnet nicht das Erwartete, das Offensichtliche. Im Gegenteil. Er strebt tatsächlich das Neue, Dunkle und Unerwartete an. Er wirft sich hinaus ins Ungeschützte.

 

Path Metheny, Dream Box, BMG/Modern Recordings